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Posted by admin - August 4th, 2020

Dennoch werden Eingriffe oder Mediationen Dritter manchmal zur Lösung kollektiver Konflikte eingesetzt. Die wichtigste Voraussetzung für die Ingang eines von Dritten unterstützten Verhandlungsprozesses ist, dass beide Parteien dies wünschen, was selten der Fall ist und es keine Regelung zu diesem Thema gibt. Im Prinzip könnte sie in jeder Phase des Konfliktprozesses stattfinden, aber in der Praxis wird sie nur angewendet, wenn bilaterale Verhandlungen scheitern und wenn sie Teil früherer Vereinbarungen oder Konsultationen waren. Im Falle einer Intervention Dritter hat die Frage, wer in der Regel als Mediator auftritt, keine klare Antwort und unterscheidet sich zwischen Konflikten im öffentlichen und privaten Sektor. Im privaten Sektor sind diese Dritten (oder Vermittler) weitgehend unbekannt und arbeiten im Hintergrund. So suchten die deutsche Lufthansa und die Gewerkschaft Der Piloten (Vereinigung Cockpit) 2014 nach dem Festgefahren der Verhandlungen die Unterstützung eines Mediators, doch die Öffentlichkeit wurde erst einige Wochen später informiert und der Name des Mediators sowie das angewandte Verfahren und der Stil blieben unbekannt. Dies gilt nicht für die Öffentlichkeit. In der Vergangenheit führten berühmte Persönlichkeiten oder ehemalige Politiker mehrere öffentliche Konfliktinterventionen Dritter durch. So fungierte Heiner Geißler (ehemaliger Bundesminister) als Schiedsrichter im Fall von “Stuttgart 21” und Bodo Ramelow (Landesminister von Thüringen) zusammen mit Matthias Platzeck (ehemaliger Ministerpräsident von Brandenburg) im Fall der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) im Jahr 2015. Diese Personen sind keine Vermittler im engeren Sinne (zertifiziert oder ausgebildet), sondern Personen mit einem hohen Ruf in der Öffentlichkeit, die ihre neutrale Position und ihr Potenzial, integrative Verhandlungsergebnisse zu erreichen, garantieren. Beide Parteien organisieren die Auswahl unterstützender Dritter. Jede Seite hat das Recht, Empfehlungen ohne Einschränkungen abzugeben.

Während des Prozesses, der nicht klar als Schiedsverfahren oder Mediation definiert ist, nehmen die empfohlenen Personen abwechselnd Wendungen bei der Unterstützung der Konfliktparteien. Sowohl für die Autoren als auch für das Wissen des Experten gibt es keine direkte Bewertung der Kosten und des Nutzens des Mediationssystems in Deutschland. Es gibt eine Debatte über die Kosten von Konflikten, aber nicht über die positiven Aspekte der Mediation an sich. Es besteht kein Zusammenhang zwischen Mediation und reduzierter Streiktätigkeit. Obwohl der Trend zu alternativen Streitbeilegungsmethoden in Deutschland zunimmt, spiegelt dies nicht weniger Wettbewerb wider. Es wird kaum darüber diskutiert, mehr “professionelle” Vermittler in die Arena kollektiver Arbeitskonflikte einzuführen. Das folgende Kapitel wird die aktuelle Situation in Deutschland im Hinblick auf Eingriffe Dritter in Arbeitskonflikte darstellen.

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